Feuchtigkeit in Schränken messen und richtig bewerten
Feuchtigkeit in Küchen- und Badschränken bleibt oft lange unentdeckt, weil sie sich hinter Rückwänden, Sockeln und Einbauten versteckt. Wer Schimmel und Materialschäden vermeiden will, kommt nicht umhin, regelmäßig zu messen. Ein einfaches Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit im Schrankinnenraum, doch für belastbare Werte reicht das nicht immer aus. Aussagekräftiger sind Datenlogger, die Temperatur und Feuchte über mehrere Tage aufzeichnen, sowie Materialfeuchtemessgeräte, die direkt an Holz, Spanplatten oder Silikonfugen angesetzt werden. Kombiniert man diese Methoden, lassen sich Feuchtequellen eindeutig identifizieren, statt nur Symptome zu bekämpfen.
Die Bewertung der Messwerte folgt klaren Grenzwerten. Im Schrankinneren gelten 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit als unkritisch, dauerhaft über 65 Prozent begünstigen Schimmelwachstum. Bei Holz und Holzwerkstoffen liegt die kritische Materialfeuchte je nach Holzart bei etwa 15 bis 18 Prozent, darüber drohen Quellung, Verzug und Fäulnis. Wichtig ist der Verlauf, nicht die Einzelmessung: Kurze Spitzen nach dem Duschen oder Kochen sind normal, steigen die Werte nachts jedoch nicht ab, stimmt etwas mit der Lüftung oder der Bausubstanz nicht. Wer dauerhaft gegen Feuchte und Gerüche vorgehen möchte, findet in Möbeln, die Luft entfeuchten und Gerüche bändigen eine praktische Lösung mit regenerierbaren Zeolith-Modulen, die ohne Strom auskommt.
Typische Schadstellen in der Küche sitzen unter der Spüle, hinter dem Geschirrspüler und entlang der Arbeitsplattenfuge. Dort sammelt sich Spritzwasser, das über undichte Silikonnähte in die Unterschränke zieht. Im Bad sind es vor allem Oberschränke über dem Waschbecken, Schränke neben der Dusche und Nischen an Außenwänden, an denen Kondensat ausfällt. Auch Rückwände aus dünner Hartfaserplatte und Bodenplatten in Sockelnähe gehören zu den Schwachpunkten, weil dort kaum Luft zirkuliert. Wer diese Zonen gezielt beprobt und die Werte dokumentiert, erkennt frühzeitig, ob eine Undichtigkeit, eine Wärmebrücke oder schlicht fehlendes Lüften die Ursache ist.
Aus den Messwerten lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten. Liegt die Feuchte dauerhaft im Grenzbereich, helfen Lüftungsprotokolle, das Freihalten von Luftspalten hinter Möbeln und der Einbau passiver Entfeuchter. Erst wenn trotz dieser Schritte keine Besserung eintritt, sind bauliche Eingriffe wie das Abdichten von Fugen oder das Dämmen kalter Wandflächen sinnvoll. Regelmäßiges Nachmessen zeigt dann, ob die Maßnahmen greifen, und verhindert, dass sich Feuchtigkeit erneut unbemerkt einnistet.